Das Bild zeigt eine typische Laborsituation im Halbformat. Am Bildrand sind Hände in Gummihandschuhen zu sehen, die in Warteposition verharren. Es sind auch Röhrchen mit Blut zu sehen, die auf die Analyse warten. Im Vordergrund befindet sich die CellEctric-Analyseplattform: ein kleiner Apparat, der über einen dünnen Schlauch mit einem Zylinder vom Aussehen einer Luftpumpe verbunden ist. Der Monitor im Hintergrund zeigt verschwommen die gemessenen Werte. | © CellEctric
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Gründungsteam (v. l. n. r.): Terje Wimberger, Klemens Wassermann | © CellEctric

CellEctric

CellEctric arbeitet an einer automatisierten Plattformtechnologie zur elektrodynamischen Manipulation von Zellen. Die erste Anwendung ist die Isolierung von Krankheitserregern in Blutproben für die Sepsis-Diagnose.

aws Seedfinancing | 2022 | Deep Tech | Life Sciences | Wien

 

Blut ist bekanntlich dicker als Wasser. Stets kämpfen Diagnostikerinnen und Diagnostiker bei der Suche nach Pathogenen – krankheitserregenden Mikroorganismen – mit dem hohen Anteil menschlichen Materials im Vergleich zu den gesuchten Keimen. Das Verhältnis von 1.000.000.000 : 1 bedingt entweder lange Kultivierungszeiten, in denen die Krankheitserreger hochgezüchtet werden, oder eine unbehandelte Testung der Probe. Ein Verzicht auf die Aufbereitung der Blutprobe geht zulasten der Genauigkeit. Das muss nicht sein, heißt es beim Wiener Unternehmen CellEctric. Die Plattform geht einen neuen Weg: Mit einer innovativen Technologie können Labore in der In-vitro-Diagnostik in nur 30 Minuten die gesuchten Erreger aus einer Blutprobe von zehn Millilitern isolieren. Mit konventionellen Methoden dauert dies drei bis fünf Tage.


Schnellere Diagnose
Grundlage der smarten Technologie ist eine neuartige Strategie zur Einkopplung elektromagnetischer Felder in biologische Proben. Damit werden Zellen gezielt zerstört. Der Durchsatz der Proben kann an die Anwendung angepasst werden – und zwar vollautomatisch, rein physikalisch und mit sehr geringen elektrischen Anforderungen. Die im CellEctric-System beobachteten zelltypspezifischen Effekte sind in dieser Form weltweit einzigartig und erweisen sich bei wiederholter Anwendung als außerordentlich robust.


Sepsis-Diagnose als Primärmarkt
Die beiden Gründer Terje Wimberger und Klemens Wassermann sind gemeinsam schon einen weiten Weg gegangen. Mittlerweile wird das Team durch 13 junge internationale Talente komplettiert. Der Prototyp funktioniert. Das „Lab-on-a-Chip“ macht die Sepsis-Diagnose zehnmal so schnell. Zur Einordnung: In Österreich sterben pro Jahr mehr als 6.500 Menschen an Blutvergiftung. Die Plattform kann aber auch in der Probenvorbereitung für viele andere Blutanalysen eingesetzt werden. Weitere Geschäftsfelder in der Diagnose, Zelltherapie und Biotechnologie werden angesteuert.

„Eine Förderung durch die aws gilt als Bestätigung für die Qualität des Vorhabens. Während der Antragsphase waren neben der finanziellen Unterstützung die genaue Prüfung und das Feedback auf unsere Geschäftsidee besonders wertvoll. Die Beratung und die Hinweise unserer Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner bei der aws haben uns geholfen, die Argumente und Pläne besser und kongruenter auszuarbeiten.“ Klemens Wassermann (GF)

www.cellectric.com

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